Ein Kunstwerk wird zum 500. frisch gemacht

Zu seinem 500. Geburtstag ist der berühmte „Engelsgruß“ des Bildhauers Veit Stoß (ca. 1447–1533) in der Nürnberger Lorenzkirche aus sechs Metern Höhe herabgelassen worden.

Das etwa drei Meter hohe Werk wurde zunächst – abgeschirmt von den Blicken der Kirchenbesucher – von den Restauratoren Ingo Trüper und Anja Meisel untersucht und gereinigt. Im Juli konnten dann die Bewohner Nürnbergs und Touristen das aufgefrischte Schnitzwerk aus unmittelbarer Nähe betrachten.

Der „Engelsgruß“ zeigt die Verkündigung mit den überlebensgroßen Figuren der Maria und des Engels Gabriel, darüber thront Gottvater als alter Mann mit Bart – eine damals wie heute eher katholisch anmutende Szenerie, obwohl zur Zeit der Auftragsvergabe bereits evangelische Reformatoren in Nürnberg lebten. Stadtdekan Jürgen Körnlein bezeichnete den „Engelsgruß“ zwar einerseits als ein „ökumenisches Kunstwerk schlechthin“, andererseits sei es aus der Perspektive der damaligen Zeit aber auch ein „kirchenhistorischer Wahnsinn“.